„80 Prozent deines letzten Nettoeinkommens" — diese Faustformel steht in jedem Ratgeber. Für Unternehmer und Gutverdiener ist sie meistens falsch, und zwar in beide Richtungen.
Warum Faustformeln bei dir nicht funktionieren
Wer als Selbständiger sein Einkommen über Entnahmen steuert, hat gar kein aussagekräftiges „letztes Netto". Und wer bis zuletzt hohe Beiträge in Vorsorge und Tilgung gesteckt hat, braucht danach deutlich weniger — weil genau diese Posten wegfallen.
Die ehrlichere Rechnung
- Was kostet dein Leben heute tatsächlich pro Monat — ohne Sparraten und Tilgung?
- Was davon fällt im Ruhestand weg (Pendeln, Berufskleidung, Arbeitszimmer)?
- Was kommt dazu (Gesundheit, Reisen in den ersten aktiven Jahren, Unterstützung der Kinder)?
- Welche gesicherten Einkünfte hast du bereits (gesetzliche Rente, bAV, Mieteinnahmen)?
Die Differenz ist deine Lücke. Sie in heutiger Kaufkraft zu kennen, ist der eigentliche Wert — nicht eine Zahl in 25 Jahren, die durch Inflation ohnehin niemand einordnen kann.
Der Faktor, den fast alle unterschätzen
Nicht die Rendite entscheidet über das Ergebnis, sondern die Dauer. Zehn Jahre früher anfangen schlägt jeden Renditeunterschied, den man realistisch erwarten darf. Deshalb ist der schlechteste Zeitpunkt für diese Rechnung immer: später.

